Zum Beginn des neuen Schuljahres – Neue Sekundarschule: kritische Wertung aus Düsseldorf

In diesen Tagen gehen die Sommerferien vorbei und die Schule beginnt. Auch die im Extertal durch Mehrheitsbeschluss des Rates (CDU/SPD/UWE) durchgepeitschte neue „Sekundarschule“ geht an den Start, sie ersetzt bekanntlich die bisher gut funktionierende Hauptschule bzw. die Realschule hier vor Ort. Beide Schulen müssen Schritt für Schritt der völlig neuen Schulform weichen. Begleitet und den Schulstart vorbereitet haben dies zuletzt zahlreiche, werbende redaktionelle Berichte in den Zeitungen.

Am 17. August 2012 fand die Schuljahresauftaktpressekonferenz von Schulministerin Löhrmann  (B90/Die Grünen) statt. Die schulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Yvonne Gebauer erklärte dazu:

SPD und Grüne verabschieden sich offenkundig von ihren schulpolitischen Versprechungen. Insbesondere die Grünen haben in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Demographiegewinne aus rückläufigen Schülerzahlen im Schulbereich verbleiben sollten. Heute hat Ministerin Löhrmann in bisher nicht vorhandener Deutlichkeit erklärt, dass diese Ankündigungen nicht mehr gelten. Bereits 2015, zur Hälfte der Legislaturperiode, soll offenbar neu über den Einsatz der Mittel verhandelt werden. Anscheinend haben sich die bisherigen grünen Versprechungen zur Stärkung des Schulsystems aus Mitteln der Demographiegewinne angesichts der Forderungen der SPD in Rauch aufgelöst.

Die Umsetzung des schwarz-rot-grünen Schulkonsenses bestätigt die inhaltlichen Befürchtungen der FDP. Statt eine qualitative Weiterentwicklung des Schulsystems voranzutreiben, nutzen Grüne und SPD die von der CDU gebahnten Möglichkeiten zur Durchsetzung ideologischer Ziele. Die Eltern und Lehrer werden dabei vor Ort oftmals nur marginal in die Entscheidungen eingebunden. Ohne Not sollen auch von Eltern gewünschte, gut arbeitende Realschulen geschlossen werden. Stattdessen werden in großer Zahl integrierte Schulformen auf den Weg gebracht.

Durch erleichterte Gründungsbedingungen entstehen im kommenden Schuljahr 20 neue Gesamtschulen. Und statt in den neuen 42 Sekundarschulen die Chancen zur differenzierten Förderung der Kinder zu nutzen, wird nach der 6. Klasse nahezu ausschließlich integriert unterrichtet werden. Differenzierte Bildungsgänge werden schrittweise ausgetrocknet. Damit werden die Chancen zur bestmöglichen individuellen Förderung eingeschränkt. Rot-Grün beschreitet weiterhin den Weg in Richtung eines undifferenzierten Einheitsmodells. Der Schulversuch Primus, in dem eine vollintegriert arbeitende Schule von Klasse 1 bis Klasse 10 auf den Weg gebracht werden soll, unterstreicht dieses Ziel deutlich.

Diese deutlichen und doch zugleich treffenden Worte geben die Verhältnisse beispielhaft in den Kommunen, auch im hier Extertal, wieder, was nach dem schwarz-grün-roten Schulpakt ( „Schulkonsens“) passiert: Ohne Not wurden gut funktionierende Schulen zugunsten eines Einheitsmodells abgeschafft und damit grüne Schulpolitik durchgesetzt. Die im Extertaler Rat bei solchen Entscheidungen übliche „ganz große Koalition“ aus CDU-SPD-UWE hat auch das ermöglicht.

Wir hoffen dennoch im Sinne der Schüler auf einen guten Start der Schule, bleiben jedoch kritisch und halten nach wie vor den eingeschlagenen Weg für falsch. Die neusten Entwicklungen in Düsseldorf zeugen davon, dass wir mit unserer ablehnenden Entscheidung richtig lagen.

(CS)

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